Gut geschraubt!

Bei Reparaturen, DIY Projekten oder dem Möbelbau sind Schraubarbeiten unverzichtbar. Mit der richtigen Schraube für euer Vorhaben, dem passenden Schraubendreher oder einem Akkuschrauber mit entsprechendem Bit seid ihr optimal gerüstet. Damit auch jede eurer Schraube sitzt, findet ihr hier hilfreiche Tipps und Tricks rund ums Thema Schrauben.

Richtig Schrauben

Damit beim Schraubvorgang nichts schief geht und ihr überzeugende Schraubergebnisse erzielt, sind oft nur einige wenige Tipps zu beachten.

Schrauben in harte Materialien zu drehen, kann anstrengend sein und zu Problemen führen. Um sich die Arbeit ein wenig zu erleichtern, empfiehlt es sich daher das Material zunächst an der entsprechenden Stelle mit einem Bohrer vorzubohren, der einige Millimeter kleiner als die Schraube ist. Die Vorbohrung sollte dabei im Durchmesser nicht größer als max. 2/3 des Schraubengewindes sein.

Beim Bohren in Weichhölzer sollte bei der Vorbohrung nicht weiter gebohrt werden als ca. 2/3 der Schraubenlänge. Bei Bohrungen in Hartholz dagegen kann ruhig etwas tiefer gebohrt werden.

Nach dem Bohren sollte das Bohrloch von feinen Staub- und Bohrresten befreit werden. Ihr könnt hierzu ein Tuch, einen Sauger oder auch ein Gebläse zu Hilfe nehmen. Bei Werkstücken, die sich leicht anheben lassen, könnt ihr diese auch einfach umdrehen und durch leichtes Klopfen die Staub- und Bohrreste entfernen.

Ist das Bohrloch gesäubert, kann die Schraube eingedreht werden. Hierzu kann auf einen Schraubendreher oder einen Akkuschrauber mit passendem Bit zurückgegriffen werden. Um die Schraube leichter eindrehen zu können, ist es hilfreich sie mit ein wenig Fett einzureiben. Bei Schraubarbeiten in Holz solltet ihr jedoch darauf achten, kein Öl zum Einfetten zu verwenden, da dies unschöne Flecken im Holz verursachen kann.

Schrauben weit genug eindrehen

Schrauben sollten immer zu ca. zwei Drittel des Gewindes im Schraubloch stecken, um zu verhindern, dass sie zu weit vorstehen.

Auf die richtige Schraube kommt es an

Für jedes Vorhaben gibt es die passende Schraube. Dabei geben euch Dübel, Loch und Werkstück häufig schon wichtige Hinweise für die Wahl der richtigen Schraube.
Welche gängigen Schrauben es gibt, wo diese Verwendung finden und was ihr bei der Suche nach der richtigen Schraube beachten solltet, haben wir euch hier zusammengestellt.

Universalschrauben
Holzschrauben
Blechschrauben
Metallschrauben
Schnellbauschrauben
Haken- und Ringschrauben
Metrische Schrauben
Universalschrauben

Universalschrauben sind die Allround Talente unter den Schrauben. Sie kommen beim Verschrauben unterschiedlicher Materialien, wie Hartholz, Spanplatten oder auch Kunststoffen zum Einsatz und zeichnen sich durch ihr leichtes Eindrehen und die geringen Einschraubdrehmomente aus. Der unter dem Schraubkopf sitzende Doppelwinkel ermöglicht euch dabei ein sicheres Arbeiten.

Holzschrauben

Holzschrauben sind die idealen Helfer für das Zusammenbauen von Möbeln oder dem Verbinden einzelner Holzteile. Durch ihr scharfes und selbstschneidendes Gewinde lassen sie sich leicht in das Material eindrehen und sorgen für einen sicheren Halt. Im Bereich der Holzbearbeitung gibt es dabei für jedes Vorhaben die passende Schraube. Damit ihr die richtige für euer Projekt findet, lohnt es sich das entsprechende Fachpersonal im Baumarkt zu kontaktieren.

Blechschrauben

Blechschrauben eignen sich für das Verschrauben von dünnwandigen Blechen und Blechverkleidungen oder aber auch von Hartfaser – und Kunststoffplatten. Die aus gehärtetem Stahl gefertigten Schrauben verfügen über ein gehärtetes Spezialgewinde mit Bohrspitze, welches sich beim Eindrehen in das Material ein eigenes Gewinde schafft.

Metallschrauben

Metallschrauben eignen sich für leichte bis schwere Verbindungen bei unterschiedlichen Schraubarbeiten. Hierzu sollte sich im Vorfeld am besten beim Fachhandel genauestens informiert werden, welcher Metallschraubentyp sich für das jeweilige Projekt eignet.

Schnellbauschrauben

Schnellbauschrauben sind dank ihrer speziellen Oberflächenbehandlung bestens geeignet für die Verwendung beim Trockenbau und für Arbeiten bei denen mit einer erhöhten Feuchtigkeit zurechnen ist. Ihre extra kleinen, abgesenkten Schraubenköpfe sorgen für ein ebenmäßiges Versinken im Material.

Haken- und Ringschrauben

Haken- und Ringschrauben sind ideal zum Befestigen von Wäscheleinen, Schaukeln oder Pflanzampeln. Sie besitzen hierfür statt eines Schraubkopfes einen praktischen Ring oder Haken an denen etwas eingehängt werden kann. Für einen sicheren Halt sollten die Schrauben mit den passenden Dübeln verwendet werden.

Metrische Schrauben

Metrische Schrauben brauchen im Gegensatz zu ihren anderen Schrauben Kollegen ein passendes Gegengewinde. Hierfür wird ggfs. zusätzlich ein Gewindebohrer oder Gewindeschneider benötigt. Sie finden vor allem Anwendung im Möbelbau oder beim Zusammenschrauben von Bauteilen.

Der Schraubenantrieb

Über den Schraubenantrieb wird die Schraube mit dem passenden Werkzeug verbunden. Passen Werkzeug und Schraubenantrieb zusammen, kann so unter optimalem Kraftaufwand die Schraube rein- oder rausgedreht werden. Zudem nutzt sich die Schraube unter Verwendung des richtigen Werkzeugs weniger ab und kann somit später wiederverwendet werden.

Es lassen sich 5 gängige Antriebsarten unterscheiden.

Einfacher Schraubschlitz

Der einfache Schraubenschlitz ist der Klassiker unter den Schrauben. Dieser Antrieb wird meist bei einfachen Verbindungen von Werkstücken genutzt.

Phillips-Kreutzschlitz

Der Kreuzschlitzantrieb ermöglicht durch seine Form ein leichtes und schnelles Eindrehen der Schraube in das Werkstück, ohne dass der Schraubendreher seitlich abrutschen kann, wie es beim herkömmlichen Schraubenschlitzantrieb der Fall ist. Durch seine Antriebsform eignet sich dieser Schraubentyp vor allem für Verschraubungen die mit dem Akkuschrauber und entsprechenden Bits durchgeführt werden. Bekannt ist dieser Antriebs Typ unter der Bezeichnung Phillips-Kreutzschlitzantrieb. Er kommt am häufigsten bei Blech- und Schnellbauschrauben vor und ist auf den Verpackungen mit den Buchstaben “PH” gekennzeichnet.

Pozidriv-Kreutzschlitz

Der Pozidriv-Antrieb ist eine Weiterentwicklung der klassischen Kreuzschlitz Form und lässt sich bei Holzschrauben wieder finden. Er ist gekennzeichnet durch steilere Flanken und zusätzlichen Kerben. Seine spezielle Form begünstigt den Halt des Schraubendrehers bzw. Bits und ermöglicht auch das einhändige Führen des Schraubendrehers ums Schraubloch.

Torx Antrieb

Schrauben mit einem Torx Antrieb sind gekennzeichnte durch ihre Form eines sechsstrahligen Sterns. Dieser Antrieb ermöglicht höhere Drehmomente und verspricht einen besseren Halt des Schraubendrehers oder Bits.
Entsprechende Schrauben sind auf Verpackungen mit einem “T” gekennzeichnet.

Innensechskant Antrieb

Schrauben mit einem Sechskant-Antrieb sind vor allem im Maschinenbau verbreitet.

Der Schraubenkopf

Je nach Verwendungszweck ist auch der Schraubenkopf entscheidend bei der Auswahl der richtigen Schraube.

Linsenkopfschrauben
Senkkopfschrauben
Halbrund- und Rundkopfschrauben
Trompetenkopfschrauben
Zylinderkopfschrauben
Linsenkopfschrauben

Linsenkopfschrauben eignen sich für das Verschrauben von Schildern oder Leisten. Sie sind gekennzeichnet durch einen einfachen Schlitz im Schraubenkopf.

Senkkopfschrauben

Senkkopfschrauben eignen sich für Schraubarbeiten bei denen die Schraube am Ende in das Werkstück einsinken soll. Dank ihres kegelförmigen Schraubenkopfes schließt dieser Schraubentyp nach dem Einschrauben bündig mit der Oberfläche des Werkstücks ab. Für gewöhnlich haben Senkschrauben einen 90° Senkkopf. Bei einigen Senkschrauben kann die Gradzahl jedoch auch variieren.

Halbrund- und Rundkopfschrauben

Halbrund- und Rundkopfschrauben sind für Arbeiten an Werstücken geeignet bei denen der Untergrund nicht eingedrückt werden sollte. Sie liegen nach dem Einschrauben auf der Oberfläche auf.

Trompetenkopfschrauben

Trompetenkopfschrauben finden ihren Einsatz bei Arbeiten mit Gipskartonplatten und liegen nach dem Einschrauben auf den Platten auf. So bleibt der Untergrund unbeschädigt und wird nicht eingedrückt.

Zylinderkopfschrauben

Zylinderkopfschrauben finden mit ihrem runden Kopf vor allem Verwendung in der Metallverarbeitung und im Elektrohandwerk.Bei Schraubarbeiten mit den Zylinderkopfschrauben wird gengügend Platz benötigt, da der Schraubendreher sich oft nur seitlich ansetzen lässt.

Verwendet man Zylinderkofschrauben mit einem genormten Gewinde muss darauf geachtet werden ein passendes Gegengewinde zum Verschrauben zu nutzen. Ist gerade kein passends Gegengewinde zur Hand, kann die Schraube auch durch das vorgebohrte Loch hindurch gesteckt und auf der anderen Seite mit einer Mutter und einer Unterlegscheibe fixiert werden. Statt Muttern und Unterlegscheiben können auch Flügelmuttern verwendet werden, wenn man eine schnelle Lösung braucht.

Das Schraubengewinde

Beim Schraubengewinde können grundsätzlich 2 Arten unterschieden werden.
Steile, scharfkantige Gewinde haben eine hohe Schneidkraft und eignen sich daher für das Verschrauben von verpresstem Holz und Blechen. Sie Schneiden sich dabei ihr Gegengewinde selbst. Flache und feine Gewinde, auch metrische Gewinde genannt, dagegen benötigen beim Verschrauben ein Gegengewinde oder eine Mutter zur Befestigung. Schrauben mit letzterem Gewinde sind auf der Verpackung mit einem großen M gekennzeichnet.

Das richtige Schraubenmaß

Für den optimalen Halt der Schraube im Werkstück ist die Länge und dicke der Schraube entscheidend. Bei großen Werkstücken ist auf lange Schrauben zurückzugreifen, während bei schweren Gegenständen dickere Schrauben bevorzugt werden sollten. Das Schraubenmaß, das auf den Verpackungen angegeben wird, gibt Aufschluss über die Länge und Dicke der Schraube.
Der Aufdruck 3,5 x 35 auf der Verpackung gibt z.B. an, dass die enthaltenen Schrauben jeweils einen Durchmesser von 3,5 mm haben und 35 mm lang sind.

Per Hand Schrauben

Für jeden Schraubenkopf und jede Anwendung gibt es den passenden Schraubendreher. Bei der Wahl des Schraubendrehers sollte darauf geachtet werden, dass er nicht zu klein und nicht zu groß für den Antrieb der Schraube ist und dass die Schraubendreherklinge der Form des Antriebs entspricht.
Wählt man einen zu kleinen Schraubendreher, kann es passieren, dass der Schraubenschlitz beschädigt und die Schraubarbeiten erschwert werden. Zu große Schraubendreher dagegen können die Schraube nicht richtig greifen und unter Umständen sogar das Werkstück beschädigen. Ebenso kann eine falsche Schraubendreherklinge zu Beschädigungen an der Schraube führen.

Kleinere Reparaturen oder Verbindungen einfach per Hand schrauben

Wenn es mal eng wird

Bei Schraubarbeiten in engen Nischen empfehlt es sich auf kurze Schraubendreher oder auch Winkel-Bithalter zurückzugreifen.

Elektrisch Schrauben

Will man sich den Kraftaufwand bei Schraubarbeiten erleichtern und schnell vorankommen empfiehlt es sich auf Akkuschrauber mit passenden Bit Aufsätzen zurückzugreifen. Bits gibt es heute in vielen verschiedenen Ausführungen. Dank der großen Auswahl an Bithaltern können sie an die unterschiedlichsten Schraubgegebenheiten angepasst werden. Für Schraubarbeiten in engen Nischen lohnt es sich z.B. auf extra kurze Bithalter zurückzugreifen. An schwer zugängliche und weit hinten liegenden Stellen dagegen empfiehlt es sich extra lange Bithalter zu verwenden. In unserem Bit Sortiment findet ihr immer den passenden Bit und Bithalter für eure Projekte.

Für jede Schraube den passenden Bit
Extra lange Bithalter für das Verschrauben an schwer zugänglichen Stellen
Wenn es mal wieder eng wird, bieten extra kurze Bithalter die Lösung
Winkel- und Schnellwechselbithalter für mehr Flexibilität

Beim elektrischen Verschrauben ist darauf zu achten die Kraft, die man einsetzt, richtig zu dosieren, um Schrauben nicht zu fest anzuziehen und das Werkstück möglicherweise zu beschädigen. Vor dem Verschrauben gilt es daher Drehrichtung und Drehmoment richtig einzustellen. Bei weichen Materialien sollte das Drehmoment der Maschine auch relativ weich eingestellt sein. Bei härteren Materialien dagegen kann ein höherer Drehmoment gewählt werden.

Nehmt zum Schrauben den Akkuschrauber und einen passenden Bit zur Hand und setzt ihn an die Schraube. Wichtig ist es beim Schrauben die Maschine mit beiden Händen stabil zu halten. Während die eine Hand die Maschine führt, übt die andere Druck aus. Am Anfang des Schraubvorgangs sollte mit wenig Druck und niedriger Geschwindigkeit gearbeitet werden. Hat die Schraube Halt gefunden kann die Geschwindigkeit der Maschine und der ausgeübte Druck erhöht werden. Ist die Schraube versenkt, kann der Bedienschalter losgelassen und der Akkuschrauber abgesetzt werden.

Tipps und Tricks

Ausrisse entfernen
Finger weg vom Hammer
Kleine und dicke Schrauben vorbohren
Das Führen der Schraube zum Bohrloch erleichtern
Verschrauben von dicken auf dünnen Werkstücken
Wenn gerade kein Schraubendreher zur Hand ist
Wenn es mal wieder klemmt
Ausrisse entfernen

Das Schrauben in Materialien wie Metall oder Holz kann zu Ausrissen am Material führen. Diese lassen sich nach dem Schrauben mit einer Metallfeile oder Schleifpapier ganze einfach entfernen. Durch Vorbohren der Schraubenlöcher könnt ihr Ausrisse vermeiden. Nutzt hierzu einen Bohrer der kleiner ist als die Schraube und bohrt das Loch vor.

Finger weg vom Hammer

Schraubendreher sollten niemals mit einem Hammer eingeschlagen werden. Dies beschädigt lediglich den Schraubenkopf und evtl. das Material.

Kleine und dicke Schrauben vorbohren

Beim Verschrauben kleiner Schrauben reicht es aus die vorgesehenen Löcher mit einem Spitzbohrer einzustechen.
Bei dickeren Schrauben empfiehlt es sich dagegen die Löcher mit einem Bohrer nach der oben geschilderten Faustregel vorzubohren.

Das Führen der Schraube zum Bohrloch erleichtern

Für einen besseren Halt der Schraube beim Führen zum Schraubloch kann ein einfacher Trick genutzt werden. Schneidet euch einen Papierstreifen aus und steckt die Schraube bis zum Kopf hindurch. Setzt die Schraube mit dem Kopf and den Schraubendreher und legt den Papierstreifen um den Schraubendreherschaft. Haltet den Streifen mit den Fingern fest und führt die Schraube so zum Loch.

Zur Fixierung von Schrauben kann auch ein Draht genutzt werden. Dieser wird ein paar mal unterhalb des Kopfes um die Schraube gewickelt und dann zur Seite gebogen. So kann die Schraube seitlich durch den Draht fixiert und leichter verschraubt werden.

Ein alter Haarkamm eignet sich ebenso zum Fixieren der Schraube. Einfach die Schraube zwischen die Zinken schieben und mit dem Kamm zum Schraubloch führen.

Verschrauben von dicken auf dünnen Werkstücken

Bei einigen Projekten müssen Werkstücke unterschiedlicher Dicke miteinander verschraubt werden. Hier richtet sich die benötigte Schraubenlänge nach dem dünneren Werkstück. Die Schraube sollte nur so lang sein, dass sie das dickere Werkstück vollkommen durchbohrt. Ihr Gewinde befindet sich am Ende leidglich im dünneren Teil.

Wenn gerade kein Schraubendreher zur Hand ist

Ist gerade kein Schraubendreher zur Hand lassen sich Kreuzschlitzschrauben auch ganz einfach mit einer stumpfen Messerspitze ins Schraubloch rein- oder rausdrehen.

Wenn es mal wieder klemmt

Festsitzende Schrauben lassen sich mit Hilfe eines Schraubenschlüssels und der damit größeren Kraftausübung meist einfacher lösen.

Bei festsitzenden Schlitzschrauben hilft es einen passenden Schraubendreher schräg anzusetzen und mit leichten Hammerschlägen auf den Griff des Schraubendrehers die Schraube zu lösen.

In unserem Elektrowerkzeugzubehör und Handwerkzeug Sortiment findet ihr alles für eure Schraubenprojekte. Stöbert euch durch das Sortiment und findet euer passendes Zubehör. Eine kleine Auswahl unserer Produkte haben wir euch hier zusammengestellt.

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