Wie baue ich ein Regal mit dem Dübelprofi

Mit dem Dübelprofi schnell und einfach zum eigenen Regal

 Wie wär’s mit Selbermachen? – Statt Ware von der Stange: „Do it yourself“!

Albträume beginnen in Möbelhäusern. Labyrinthartige Gänge, gefühlt zahllose Kilometer, ein Marathon durch suchende und herumirrende Menschenscharen. Grellbunte Plastikdesigns, was immer der Blick auch streift, nervenaufreibendes Gedudel oder Werbebeschallung und dazu Klimaanlagenkälte mit Garantie auf einen Schnupfen. Eine riesige Auswahl einerseits, andererseits: nichts passt. Nicht zu 100 Prozent. Tausende Auswahlmöglichkeiten und der Frust, einfach nicht das passende Regal zu finden. Entweder sind es abweichende Maße, eine unpassende Oberfläche oder ein zu ausgefallenes Design. Einen Schreiner zu beauftragen das perfekte Stück für die Wohnung zu schaffen ist einfach – aber kostet, im Zweifelsfalls schlichtweg zu viel. Mit etwas Zeit und dem passenden Equipment ist es besser, selbst das passende Regal zu bauen – und es macht Spaß!

„Do it yourself“ heißt das Zauberwort – Marke Eigenbau für die persönliche Wohlfühl-Zone, das liegt gerade voll im Trend. Möbel nach der eigenen Fasson zu bauen, birgt ungeahnte Möglichkeiten. Bücherregale aus alten Planken, Küchenregale aus Weinkisten oder Wohnraumtrenner aus gesägtem Baumplatten – und, und und! Alles ist möglich, die Grenzen setzt nur die eigene Fantasie! Mal ausprobieren?

Das A und O – und das X, Y und Z: Gerade Schnitte!

Wie wäre es mit einem Regal 30 cm tief und 60 cm hoch, Boden- und Ablageplatte mit zwei Ablagefächern? Die Maße können natürlich beliebig variieren.
Probieren wir es!

Das Holz ist frei wählbar, wichtig ist: gerade Schnitte. Der freundliche Holzhandel oder Baumarkt gleich in der Nähe bietet normalerweise den Service, die Teile passgenau vorzuschneiden. Gebraucht werden vier Regalbretter (Länge 26, Tiefe 30 cm) und zwei Seitenwände (Länge 60 cm, Tiefe 30 cm). Die Kanten gehören angeschliffen, vor allem die Sichtkanten sollten feingeschliffen sein. Lack oder Farbe sollten vor der Montage aufgetragen werden – nachträglich zu lackieren ist ein riesiger Akt: die Löcher verkleben, Farbnasen können nicht ordentlich ausgebessert werden, Fingerabdrücke im Lack sind garantiert.

Ist das Holz fertig, kommt das Equipment.  Im Video wurden folgende Produkte verwendet:

               

Der Clou ist der kwb Dübelprofi. Als Anfänger und auch als Profi sind Bohrlöcher die Herausforderung beim Möbelbau. Schräg gesetzt und durch das Holz gebohrt, sind sie der Graus eines jeden Möbelbauers – solche Stücke kann man nur noch weg werfen oder zu einem Vogelhäuschen verbauen. Davor bewahrt der Dübelprofi: Eckverbindungen, Flächenverbindungen oder Stumpfverbindungen können mit dem Dübelprofi exakt gesetzt werden. Die Dübelhilfe ist praktisch bei kniffligen Arbeiten wie das Bohren von Löchern für Holzverbindungen mit Holzdübeln.

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Der Dübelprofi hilft - in allen (Bohrungs-)Lagen
Der Grundkörper der Dübel-Bohr-Lehre ist nicht aus Porzellan, er liegt gut in der Hand und muss das auch – die Arbeit damit muss präzise sein. Entsprechend kann man ihn am Handgriff festhalten.

Die Regalbretter werden übereinander gelegt, die schönsten Seiten nach oben und nach vorne die Sichtkante, dann das sogenannte „Schreinerdreieck“ aufzeichnen.

An dieser Sichtkante wird das Schreinerdreieck mit Bleistift aufgezeichnet: das oberste Regalteil ist die Spitze, dann einfach runter zeichnen, ein einfaches Dreieck. Dieses Dreieck hilft sowohl beim Bohrlochsetzen wie auch bei der Montage. Das selbe Dreieck wird bei den Seitenteilen angebracht, längsseits. So ist sofort klar, wo links und rechts ist – und wo die Bohrungen innen gesetzt werden müssen.

Den Anfang bildet der Rahmen. Mit der Bohrlehre können sehr leicht Löcher auf glatten Oberflächen gebohrt werden, ohne abzurutschen, das gilt für Holz ebenso wie für Fliesen. In diesem Fall eben: Holz. Als Bohrer sollte ausschließlich ein geeigneter, unbeschädigter und scharfer Holzbohrer eingesetzt werden. Mit Stein- oder Metallbohrern werden die Lochränder unsauber, ebenso mit beschädigten oder stumpfen Holzbohrern. Holzspiralbohrer sind das richtige Werkzeug der Wahl, sie verraten sich durch die Zentrierspitze, also an einem Zahn im Zentrum, der hervor steht – damit kann der Bohrer exakt ausgerichtet werden.

 

Mit voller Power reinbohren hilft nicht – bei zwei bis 22 mm zwischen 800 und 2.000 Umdrehungen pro Minute sind vollkommen ausreichend. Je kleiner der Durchmesser, je weicher das Holz, desto höher die Drehzahl. Bei Hartholz kann eine zu hohe Drehzahl für Risse sorgen. Der Bohrer muss zentral und gerade eingesetzt werden. Bei einem Schlagbohrer – immer die Schlagfunktion bei Holz ausschalten, egal wie widerspenstig das Holz ist (und wie groß die Wut darauf!).

Die Holzdübel geben die Dicke des Bohrers vor. Der verwendete Dübeldurchmesser darf nicht schmaler als die Hälfte der Brettdicke sein, zwei Drittel sind ideal. Das Brett sollte nicht dicker als 6 cm sein, um alle Funktionen uneingeschränkt nutzen zu können. Der Holzbohrer müssen genau dem Durchmesser des Dübels entsprechen. Meist werden 6 mm bis 10 mm Dübel verwendet.

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Die Lochscheibe mit Bohrdurchmesser garantiert gerade – und exakte – Bohrungen.

Durch sie wird der Bohrer im Spielraum begrenzt, deshalb ist es wichtig die Lochscheibe und die Bohrerstärke einander anzupassen. Ein 8 mm Bohrer mit der 10 mm Vorgabe zu kombinieren würde dazu führen, dass zu viel Spiel im Raum ist – das Loch könnte schief werden, an die falsche Stelle rutschen und durch zu viel Bewegungsfreiheit ausfransen.

Geeignet ist der Dübelprofi für Bohrer mit einem Durchmesser von 3 bis 12 Millimeter und unterstützt die Kernlochmaße 3,3 mm, 4,2 mm und 6,8 mm nicht nur bei Holz, sondern auch bei Metall und Stein.

Die Lochscheibe der Dübel-Bohr-Lehre mit Bohrdurchmesser wird auf die passende Größe eingestellt, beispielsweise 8 mm bei einem Bohrer mit entsprechender Größe.

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Die Maßskala
Die Maßskala geht in zwei Richtungen – aus gutem Grund. Die exakte Mitte ist der Nullpunkt, von dort aus wird in Millimetern nach außen gerechnet. Ausgehend von einem 30mm-Brett ist die Berechnung ganz einfach: Sitzt die linke und rechte Außenkante jeweils bei 15 mm, ist der Nullpunkt präzise gesetzt.

Der Dübelprofi wird längseitig am Nullpunkt angesetzt – exakt in der Mitte des Holzes.


Ausmessen ist besser als das Nachsehen haben – und wieder zum Baumarkt zu müssen. Bei einem 30 mm-Holz ist der Holz-Meridian bei 15 mm. Die Maßskala an der Dübel-Bohr-Lehre gibt die exakte Maßeinheit in Millimeter wieder. Durch die beidseitige Skala ab dem Nullpunkt ist der Meridian leicht zu ermitteln. Mit der Feststellschraube wird der Parallelanschlag fixiert.

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Der Parallelanschlag
Der Parallelanschlag sorgt dafür, dass der Dübelprofi und das Holzstück bündig sind oder in dem gewünschten Winkel von bis zu 90 Grad pro Seite stehen. Durch die Feststellschraube wird der Parallelanschlag fixiert. Der Parallelanschlag kann einfach vom Grundkörper abgenommen und wieder angebracht werden.

Die Position der Löcher ist frei wählbar – jedoch muss unbedingt auf eine gute Positionierung geachtet werden, um die Kraft, die letztendlich auf die Halterungen wirkt, zu verteilen. Bei den Stirnkanten werden tiefere Löcher gebohrt, bei der Flächenbohrung kurze Löcher.

Zwei lange Löcher lassen den Holzdübeln zu viel Spiel, zwei zu kurze Löcher bieten nicht genug Halt. Drei Löcher müssen gebohrt werden, um die Stabilität zu gewährleisten.

Bodenteil und Seitenteil werden bündig aufeinander gelegt und mit zwei Schraubzwingen fest fixiert. Das ist ein wichtiger Abschnitt des Regalbaus – Korrekturen sind nicht möglich! Die Teile müssen absolut bündig aufeinander liegen, ansonsten passen die Bohrlöcher später nicht.

Hier kommt auch wieder das Tischlerdreieck ins Spiel: Zu beachten ist, dass die Sichtkanten auf der selben Seite liegen. Jetzt kommt der Abtaster zum Zug. Dieser wird in die vorgegebene Öffnung am Parallelanschlag geschoben.

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Der Abtaster
Der Abtaster ist eine Platte mit einer spitzen Erhebung. Er ist einfach mittels der Schiene vorne am Grundkörper anzubringen und abzunehmen. Die Spitze dient dazu, die Bohrlöcher bei Verbindungen einfach, aber exakt aneinander anzupassen. Sie wird, nachdem die Bretter ausgerichtet und bündig aneinander fixiert sind, in das vorhandene Bohrloch geschoben. Die Lochscheibe mit Bohrdurchmesser zeigt die exakte Position an, in der das Loch gebohrt werden muss.

Der Dübelprofi wird so angesetzt, dass die Spitze des Abtasters in das gebohrte Loch passt. Jetzt werden die kurzen Löcher gebohrt, die Position der Stirnkante überträgt sich zwangsläufig. Genau so wird bei dem zweiten Seitenteil und bei der Regaloberseite vorgegangen: Nullpunkt ansetzen, tiefe Löcher an der Stirnseite bohren. Bündig auf die Bodenplatte setzen, fixieren, Abtaster einfügen – kurze Löcher auf der Fläche bohren. Das Gerüst ist fertig!

Jetzt kommen die Regalböden dran: Die Seitenteile werden nebeneinander gelegt, die Deckenbohrungen zeigen vom Körper weg, die Bodenbohrungen behält man nah bei sich.

 

Es ist auch möglich, die Seitenteile einzeln anzuzeichnen – schneller geht es natürlich in Reihe. Die Seite mit den Bohrlöchern zeigt nach oben. Die Teile werden am Werktisch fixiert. Der Abstand der Regalplatten voneinander ist variabel – je nach eigenem Bedarf. Jedoch muss sie auf beiden Seitenteilen absolut identisch sein. Gehen wir von 20 cm aus. Diese 20 cm werden von unten und von oben angezeichnet – jeweils an den Kanten, heißt: vier Mal ausmessen pro Regal. Dann die Verbindungslinie ziehen – und immer darauf achten, dass die Werkstücke kein Spiel haben.

Regale ohne Regeln – was ist als nächstes dran?

Jetzt geht es an die Regalbretter, dafür kann der Parallelanschlag beiseite gelegt werden. Der Dübelprofi wird wieder an der Stirnkante mittig an das Regalbrett angesetzt. Die Skala an der Dübel-Bohrer-Lehre mit dem Nullpunkt muss exakt an der Verbindungslinie anliegen. Das Regalbrett und das Seitenteil liegen so aufeinander, dass die beiden Bretter bündig sind. So werden sie fixiert.

 

Der Abtaster wird nun vorne an der vorgesehenen Schiene des Dübelprofis eingeschoben. Mit dem Nullpunkt des Dübelprofis an die vorher angezeichnete Stelle platzieren und die Spitze des Abtasters in das Dübelloch des Regalbretts stecken. Jetzt kann wieder gebohrt werden. So wird bei allen Regalbrettern vorgegangen, Brett für Brett. Das Schreinerdreieck hilft bei der Ausrichtung: das Dreieck zeigt, bei allen Einzelteilen, immer in die selbe Richtung: nach unten.

 

Zuletzt werden die Dübel eingesetzt und brauchen im Idealfall keinen Leim – aber es ist keine Schande, doch welchen zu verwenden, zumindest einseitig in der flachen Bohrung. Bei der Endmontage hilft wieder das Tischlerdreieck als Orientierungspunkt. Fertig!

 

Regal ist Regal – ob Wandregale für DVD oder Spielesammlungen, Musikstationen, klassische Bücherregale, Küchen- und Gewürzregale, Weinregale für edle Tropfen, Blumenregale für Terrasse und Hof – sogar wandhängende Seilregale lassen sich auf ähnliche Weise bauen. Der erste Schritt ist getan, die erste Hürde überwunden. Wichtig ist und bleibt, egal bei welchem Projekt: Exakt messen, fest fixieren, sauber bohren. Der Rest ist probieren und kreieren.

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