Der richtige Strauchschnitt

Sträucher in den Gärten sorgen für ein farbenfrohes und abwechslungsreiches Erscheinungsbild. Damit die Sträucher ihre volle Blüte erreichen und euren Garten strahlen lassen, ist nicht nur der richtige Schnitt gefragt.

In diesem Ratgeber findet ihr daher alles Wichtige, was ihr über den Strauchschnitt wissen solltet.

Der richtige Strauchschnitt lässt euren Garten strahlen.
Mit dem richtigen Strauchschnitt kann der Frühling kommen.

Der richtige Zeitpunkt

Sträucher können generell das ganze Jahr über geschnitten und in Form gebracht werden. Während ein Schnitt in der Winterzeit, den Pflanzen im Folgejahr ein kräftigeres Wachstum beschert, begünstigt ein Sommerschnitt die Heilung von Schnittwunden. Allgemein gilt jedoch: Je früher ihr eure Pflanzen zurückschneidet, desto eher habt ihr etwas von ihrer Blütenpracht. Wer also schon Ende Januar bis Anfang Februar seine Pflanze zurückschneidet, kann sich auf ein frühes Blühen des Strauches freuen.

Achtet jedoch vor eurem Schnitt auf folgende Aspekte:

  • Schneidet eure Pflanzen nicht bei Frost. Dies schadet euren Sträuchern nur.
  • Habt ihr für euren Schnitt einen regnerischen Tag oder einen Tag an dem eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, erwischt?
    Dann verschiebt euer Vorhaben lieber.
  • Auch zu große Hitze und die pralle Sonne machen euren Sträuchern zu schaffen. Vermeidet daher auch zu diesen Tagen einen Schnitt eurer Pflanzen.

Ideale Bedingungen für einen Strauchschnitt bieten Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad, sowie eine trockene Luft.

Die jeweiligen Pflanzen geben euch anhand ihres Lebenszyklus zudem wichtige Hinweise, wann für sie die beste Zeit für den Strauchschnitt gekommen ist. Daher solltet ihr euch vor dem Schnitt eingehend mit euren Sträuchern beschäftigen.

Frühblüher, die ihre Knospen bereits im Winter ausbilden und in den ersten Monaten des Jahres blühen, sollten nach der Blüte im März geschnitten werden. Bei diesen Sträuchern genügt es sogar, wenn ihr sie etwa alle drei Jahre zurückschneidet.

Sommerblumen sollten dagegen nach dem letzten Frost radikal zurückgeschnitten werden. Dank des Radikalschnitts, können diese Pflanzen wieder neue und kräftigere Triebe austreiben, die später große und zahlreiche Blüten ausbilden.  

Zwergsträucher sollten wie die Frühblüher möglichst im Frühjahr zurückgeschnitten werden, um möglichst früh etwas von ihrer Blütenpracht zu haben.

Das richtige Werkzeug

Für ein optimales Ergebnis bei eurem Strauchschnitt sind scharfe und saubere Werkzeuge unerlässlich. Scharfe Werkzeuge erleichtern euch die Arbeit und durchtrennen eure Pflanze optimal, ohne große Ausrisse an den Schnittstellen zu verursachen. Sind die Werkzeuge im Vorfeld gründlich gereinigt und desinfiziert worden, fördert dies darüber hinaus die Wundheilung der Schnittstellen und schützt sie dadurch vor Keimen, Schädlingen, Krankheiten oder Verbrennungen durch die Sonne.

Die meisten Hobbygärtner greifen in ihrem Werkzeugfundus beim Pflanzenbeschnitt auf eine Amboss- oder eine Bypass-Schere zurück. Während sich letztere vor allem zum Schneiden von dicken Ästen eignet, findet die Amboss-Schere ihre Verwendung beim Beschnitt von dünnen Ästen.
Grundsätzlich gilt: Je länger der Hebel eurer Schere ist, desto weniger Kraft müsst ihr beim Schneiden aufwenden.

Neben dem richtigen Werkzeug ist es zudem zu empfehlen Handschuhe bei den Schnittarbeiten zu tragen, um eure Hände vor Verletzungen zu schützen.

Der optimale Schnitt

Habt ihr eure Werkzeuge geschärft und gereinigt und euch über eure Sträucher informiert, könnt ihr mit dem Strauchschnitt loslegen. Der richtige Schnitt sorgt bei euren Sträuchern für ein kraftvolles Wachstum und eine üppige Blüte. Beim Schnitt müssen nicht nur die verschiedenen Schnittarten beachtet werden, sondern auch die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzenart.

Der richtige Schnitt für eine schöne Blüte

Schnittarten

Ein Pflegeschnitt dient lediglich der Schönheitskur der Pflanze. Diese wird hierbei von beschädigten Teilen, kraftlosen, dünnen Zweigen und vertrockneten Blüten befreit, um weiterhin gesund wachsen zu können.

Beim Auslichtungsschnitt des Strauches geht es darum, der Pflanze insgesamt wieder mehr Licht zu verschaffen. Dazu werden kreuzende und sich gegenseitig beengende, sowie alle nach innen wachsenden Trieben entfernt. Dank der nun wieder ausreichenden Lichtzufuhr kann die Pflanze ihre Früchte und Blüten optimal ausbilden.

Der Verjüngungsschnitt verleiht euren Sträuchern neue Kraft und lässt sie erstrahlen. Dieser Schnitt findet dann Anwendung, wenn der Strauch jahrelang nicht oder falsch geschnitten wurde. Vom ganzen Strauch bleiben lediglich 30 bis 50 cm lange Triebe vom Boden aus stehen. Die kräftigsten Triebe sorgen für die Ausbildung einer neuen dichten Strauchkrone. Um später eine optisch ansprechende Krone zu erhalten, ist es dabei ratsam die Äste im Inneren Bereich des Strauches länger zu lassen als die Äußeren.

Im Folgejahr nach dem Schnitt muss der Strauchschnitt angepasst werden. Pro Haupttrieb sollten dann ca. ein bis drei Jungtriebe stehen bleiben, die jeweils noch einmal um mindestens ein Drittel gekürzt werden müssen. Unterhalb der Schnittstelle sollte sich dabei eine Knospe befinden, die sich in ihrem Wuchs nach außen richtet. Dies sorgt später für ein schöneres Erscheinungsbildes des Strauches.

Für eine regelmäßige Pflege eurer Sträucher kommt der Erhaltungsschnitt zum Einsatz. Bei diesem Schnitt werden alle zwei bis drei Jahre nach der Blüte die ältesten Triebe entfernt. Hierbei könnt ihr euch auch einen stark verzweigten Trieb suchen, der sowohl aus altem als auch jungem Geäst besteht. Dort wo sich im unteren Bereich des Triebes ein junger Seitentrieb finden lässt, entfernt ihr den davon abgehenden alten Trieb. Somit übernimmt der Jungtrieb die vorherige Position des alten Triebes und das Geäst kann sich an dieser Stelle neu verzweigen und kräftiger nachwachsen. Diese Methode findet ebenfalls Anwendung bei Verdichtungsmaßnahmen von Sträuchern.

Der Formschnitt gibt euren Sträuchern wieder Struktur. In mehreren Schritten können so z.B. Buxbäume zu künstlerischen Gebilden geformt und zu echten Hinguckern in eurem Garten werden.

Buxbäume als Blickfang im Garten

Bei der Verdichtung sorgt ihr durch das mehrmalige Zurückschneiden von Jungtrieben, dass sich die verbleibenden Äste neu verzweigen können und so ein Dichtes Geäst ausbilden.

Der richtige Schnitt für Früh- und Sommerblüher

Je nach Pflanzenart werden auch hier verschiedene Schnittarten angewendet.

Beim Beschnitt von Frühblühern werden alle alten Äste und nicht mehr stark blühenden Äste entfernt, um das Wachstum von Jungtrieben zu fördern. Hierbei könnt ihr die Äste entweder ganz entfernen oder aber ihr schneidet lediglich den älteren Teil an einem Ast weg und lasst den jungen stehen. Kräftige Jungtriebe, die aus der Mitte des Strauches wachsen und noch keine Verzweigungen haben, sollten auf unterschiedliche Höhen gekürzt werden. Damit fördert ihr die spätere Verzweigung des Strauches. Diesjährige Jungtriebe könnt ihr stehen lassen. Ihr erkennt diese an ihrer hellen Rinden und weicheren Struktur.
Neben den Ästen, gilt es natürlich auch die verwelkten Blüten abzuschneiden, um später von einer prachtvollen Blüte zu profitieren.

Forsythien für ein wenig Farbe im Garten

Sommerblüher benötigen im Gegensatz zu Frühblühern einen kräftigen Rückschnitt. Hierbei werden die Triebe aus dem Vorjahr bis auf einen kurzen Stummel und maximal zwei Knospen heruntergekürzt. Bei Bedarf können auch Triebe vollständig entfernt werden. Dies ist zum Beispiel. dann ratsam, wenn der Strauch über die letzten Jahre sehr dicht geworden ist.  

Rosen sind einer der prachtvollsten Pflanzen im Garten und brauchen daher auch eure besondere Aufmerksamkeit. Wie die Frühblüher werden sie in den ersten Monaten des Jahres geschnitten, meist Anfang März bis Anfang April.
Seid bei ihrem Beschnitt nicht zu zaghaft, sondern schneidet sie ruhig gründlich zurück. Stark verholzte Rosen oder alte Triebe könnt ihr bis zu ihrem Ansatz entfernen.

Rosen bedürfen einer besonderen Behandlung

Sind eure Rosen eher schwach im Wachstum, solltet ihr beim Beschnitt 3 bis 4 der stärksten Triebe stehen lassen. Bei dagegen stark wachsenden Rosen könnt ihr zwischen 5 oder 6 der stärksten Bodentriebe stehen lassen und den Rest des Strauches gründlich auslichten. Es gilt hierbei alle übrigen Bodentriebe bis auf 20 cm zurückzuschneiden.

Haben eure Rosen das erste Mal geblüht, könnt ihr sie danach einem Pflegeschnitt unterziehen. Je nach Rosenart kann dieser Schnitt mehrmals im Jahr durchgeführt werden. Informiert euch hierzu am Besten vorher gründlich über eure jeweilige Rosenart, um eventuelle Fehler beim Beschnitt zu vermeiden.

Immergrüne Sträucher bilden eine Ausnahme in eurem Garten und können ohne einen Schnitt das Jahr über auskommen. Ihr könnt sie je nach Bedarf aber auch zurückschneiden.
Möchtet ihr eure immergrünen Sträucher von Totholz oder von über den Winter in Mitleidenschaft gezogenen Ästen befreien, empfiehlt es sich den Schnitt zwischen Februar und Anfang März durchzuführen.
Sollen nur einzelne Triebe zurückgeschnitten werden, sollte dies Ende Juli bis Mitte/Ende Juli erfolgen.

Überlange Äste könnt ihr bis auf 2 Zentimeter lange Zapfen runterkürzen. Die stehen gebliebenen Zapfen fördern später das neue Wachstum eurer Sträucher.

Ihr habt alle Werkzeuge gereinigt, euch über eure Straucharten informiert und wisst nun was zu tun ist?
Dann ab in den Garten und Vitamin D tanken!

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